| Das Grün der Weiden | |
| Es gibt keinen Abhänge, keinen Gebirgskamm oder keine Kuppe, die nicht auch Weiden beherbergen. Durch das Werk des züchtenden Menschen zeigen die Wiesen und Weiden jene traditionelle Landschaft, von der wir den Reichtum an Formen, Farben und das Heraufbeschwören der wahren Werten des Bauern- und Hirtenlebens, mit denen wir schon immer verbunden sind, zu schätzen wissen. In solch einer komplexen und zusammengestellten Landschaft ist die Rolle der Vegetation stark an das wirtschaftlichen und kulturellen Umfeld des Gebietes verknüpft. Die Weiden sind die Grundfarbe der weitreichenden Teile der Landschaft, die in einer einzigartigen Weise von den Verkehrsnetzen, von der Ansammlung an Bauernhöfen und Heuschobern und von der fleißigen und ständigen Anwesenheit des Menschen, der Abhänge zu sichern und Hecken sowie Waldränder zu erhalten versucht, gewürdigt wird. In den Tälern der Comunità Montana ist diese harmonische Durchdringung zwischen den Umwelt- und Kulturwerten vorhanden und das Ergebnis ist ersichtlich , auch für irgend jemanden, der diese typische voralpine Landschaft nur von der rein ästhetischen Seite sieht. | |
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Wieviel man sieht, zeigt den Wert einer nicht zufälligen Spontanität und einer fähigen Verwaltung des Bodens. Die fruchtbarsten Weiden sind am Rand der Täler in der Nähe von bewohnten Gebieten zu finden sowie auf den unteren Abhängen unserer Berge, wo im Frühjahr die hohen Spitzen des Hafers, des Wiesenrispengrases und des gemeinen Lolchs hin und her schwanken. In der blühenden Jahreszeit sind diese Weiden, die regelmäßig gemäht und gedüngt werden, von farbenprächtigen Blumen wie die der geschwollenen Silene, der Schafgarbe, der Margherite und der Kornblume bedeckt, die nach Heu duften. Auf den Hügeln von S. Fermo und auf fast allen Gebirgskämmen der Erhebungen, die frei von Wald sind, befinden sich die "Almweiden". Durch das kühlere Klima zeigt die grasbewachsene Umgebung dieser Weiden eine andere Zusammenstellung als im Vergleich zu den Weiden am Rande der Täler. Auf diesen Weiden haben die Narzissen enorme und reine Blüten verbreitet, die von den wenigen jüngeren unter uns in Erinnerung bleiben, als sie die freudige "Narzissenernte" durchführten. Heute ist es nicht mehr so, aber der Grund sind nicht die vielen Menschen - die heute auch viel respektvoller zu der Flora ist - sondern das Ende der Viehzucht, so dass dem Boden der notwenige organische Dünger fehlt. Dennoch erneuert sich auf diesen Weiden in jedem Frühjahr das Wunder der vielfältigen Blumenpracht, wie die der Krokuse, der Primeln, die Kräutergewächse des Enzians und auch der Narzissen, wenn auch in kleinerer Anzahl. |
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Es sind trotzdem die natürlichen trockenen Weiden, die auf unangenehmen der Sonne ausgesetztem Boden gedeihen, sowie Geröll und Felsen, die die Flora mit der größten Besonderheit und Rarität in diesem Gebiet beherbergen. Reich an Spezies, die eine begrenzte Verbreitung an den großen lombardischen Seen haben, kann sich unsere Flora unter anderen mit folgendenPflanzen rühmen: die Glockenblume von Insurbia (Campanula elatinoides), die Moheringia insubrica, der blaugrünen Euphorbia variabilis, dem auffälligen Telekia speciosissima und dem Carex baldensis vom Berg Baldo. Natürlich sind diese trockenen Umgebungen vorwiegend an der Küste des Sebinosees verbreitet, vor allem am "Corno di Predore" , wo auch im tiefsten Winter die Temperatur sehr mild ist. Man bedenke, dass in der Lombardei nur auf dem "Corno di Predore" der Isatis praecox vorkommt, aber über all diese vorhandenen Seltenheiten bietet der Berg dem Besucher, zusammen mit der herrlichen Aussicht auf den See, unzählige Blume wie der weißen und gelben Sonnenröschen, der Gamander, der Kreuzblumen und die Besengister, das Zitronengras und die parfümierte Rauke, die Ackerwinde und die kleine Affodill-Lilie, die Laserpizio, die weiße Spitzklette. In diesen sonnigen scheinbar armen und unbewohnten Gegenden befindet sich der größte Teile der Orchideen der Lombardei: verschiedene Orchideen, der Ziegenbart, das große Zweiblatt, das langblättrige Waldvögelein und die veilchenblaue Nieswurz tragen im Laufe der Jahreszeiten die Botschaft der überraschendsten Blumenschönheiten. |
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| Weiter unten, am Fuße des Berges, rufen Pflanzen wie die Steineiche, die Terebinthe, die baumartige Erika und, am Seeufer entlang, der aufflammende Ginster mit den vielfarbigen Blumen der Oleander, eine mediterrane Atmosphäre mit Faszination hervor, die, natürlich, durch den gedämpften Effekt des Sees verstärkt wird. |