Kunst
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Fährt man durch den Tunnel, der unter der Spitze des Corno hindurch führt, erreicht man die alte ländliche Ansiedlung Gallinarga, einen kleinen Vorort der Gemeinde von Tavernola, in dem die San Giorgio Martire gewidmete Kirche steht. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, was mit einer Inschrift in der Außenwand des kleinen Portals bewiesen ist. Von außen präsentiert sie sich als gewöhnliches ländliches Wohnhaus, das in die umstehenden Gebäude integriert ist; sie ist trotzdem durch das Kreuz in der Fassade und die kleine Glocke, die unter einem Bogen geschützt ist, erkennbar.
Im Innern zeigt sie sich als einzelner Raum, der 6 Meter lang und 3 Meter breit ist, von einem Bogen in zwei Hälften unterteilt und mit Fresken verziert ist, die den Büßenden Heiligen Hieronymus und die Pietà darstellen. Die Kapelle wurde vom Heiligen Karl Borromäus geschlossen und ist heute Privateigentum.
Folgt man der Straße am See weiter, erreicht man nach circa einem Kilometer Tavernola, ein kleines Industriezentrum im unteren Sebino. Das Dorf hat eine sehr alte Geschichte, auch wenn die fundiertesten historischen Zeugnisse, die hier erhalten geblieben sind, auf das Mittelalter zurückgehen.
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Am Rand des Ortes in Richtung Predore findet man die Villa Fenaroli, die Ende des 19. Jahrhunderts an Stelle eines Bauwerks aus dem 16. Jahrhunderts erbaut wurde.
Die Pfarrkirche Santa Maria Maddalena aus dem 18. Jahrhundert steht im Ortskern auf dem Platz eines vorher existierenden religiösen Gebäudes, das wiederum auf den Ruinen eines mittelalterlichen Schlosses erbaut worden war. Der Bau begann 1749 und wurde unter Führung des Architekten G.B. Galli, von dem auch die Planung stammte, schon 1761 fertiggestellt. Bis zur Kirchweihe musste man jedoch noch bis 1875 warten.
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Die Kirche im Barockstil hat die Form eines unregelmäßigen lateinischen Kreuzes und besteht aus nur einem Kirchenschiff. Die Kuppel hat einen polygonalen Grundriss, spitzbogige Fenster und Scheiben sind in die schlanke Vierungskuppel eingesetzt. In der Fassade befinden sich drei Türen, eine in der Mitte und zwei an den Seiten. Das Innere ist nüchtern und elegant, es gibt vier Seitenaltäre, die allmählich zum Apsisraum führen, in dem sich der größte Altar befindet, der mit mehrfarbigem Marmor verschönert und durch einen Holzchor vervollständigt ist. Er ist eine Arbeit des lombardischen Intarseurs und Bildhauers Giovanni Sanz, der ihn 1705 für die vorher existierende Kirche anfertigte. Unter den Altären entlang der Wände des Kirchenschiffs fällt der der Madonna vom Rosenkranz gewidmete auf, ein Werk von Andrea und Donato Fantoni. In diesem Altar vereinigt sich der Barockstil harmonisch mit Elementen aus dem späten 18. Jahrhundert; die Mensa ist mit einem Altarbild auf vier Säulen mit einem dreieckigen Tympanon und einem Giebel mit tiefem Bogen versehen, sie wird außerdem durch Statuen und mehrfarbigen Marmor verschönert.
In der Nische steht eine schöne Statue der Jungfrau Maria, die Statuen der Heiligen Dominikus und Rosa von Lima stehen an den Seiten des Altars zusammen mit 15 ovalen Gemälden aus der venezianischen Schule aus dem 18. Jahrhundert: sie stellen die Mysterien des Rosenkranzes dar. Der gesamte Innenraum der Kirche ist mit Gemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert und mit Fresken geschmückt. In der Mitte der Rückseite befindet sich Die Auferstehung des Lazarus, ein Werk von Angelo Orelli, der auch das Altarbild Maria Magdalena, die die Kommunion vom Heiligen Hieronymus empfängt in der Apsis schuf. Von großem Wert ist auch das Gemälde Das Gebet im Garten Gethsemane von Antonio Guadagnini. Ein Altarbild aus dem späten 16. Jahrhundert stellt den Heiligen Antonius von Padua dar. Eine Orgel der lombardischen Schule, möglicherweise eine Arbeit der Serassi, vervollständigt das Bauwerk. Sie steht in der Orgelstube, die auf das Presbyterium zeigt.
Neben dem Friedhof, ein wenig über dem Ortszentrum, finden wir die Pfarrei San Pietro, die alte Pfarrkirche von Tavernola, Vigolo und Parzanica. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, das ursprünglich romanische Gebäude wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert und umgebaut: im 15. Jahrhundert ergänzte man das mittlere Kirchenschiff durch ein Presbyterium, während im 18. Jahrhundert zwei Seitenkapellen im Barockstil geschaffen wurden. Außen präsentiert sich die Kirche mit einem einfachen Sichtmauerwerk aus Steinquadern und einem Giebeldach; ein hoher quadratischer Glockenturm mit kleinen zweibogigen Fenstern und Bogenverzierungen erhebt sich neben ihr.
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Im Innenraum zeigen die Wände der Kirche Spuren von Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert: ein Segnender Christus, eine Madonna mit Kind auf dem Thron (auf 1497 datiert), eine Pietà und andere Figuren, die die hintere Wand vollständig bedecken. Unter all diesen Werken sticht jedoch das des großen Meisters aus Brescia, Girolamo Romanino (1484-1560), hervor: Madonna mit dem Kind auf dem Thron mit Heiligen und Spendern, das die Nordwand des Presbyteriums vollständig bedeckt. An der gegenüberliegenden Seite über dem Chor hinterließ Romanino auch noch das rätselhafte Fragment mit Drei Köpfen.
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Romanino kam zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf Bitten eines ungekannten Auftraggebers nach Tavernola, um dieses Fresko mit Votivcharakter zu gestalten.
Er siedelt im Zentrum der Szene den Thron der Jungfrau Maria an, erhöht auf vier Stufen und vor einem grünen Zelt platziert; im Hintergrund öffnet sich ein quadratischer Raum, der von Marmorpfeilern mit Architraven aufgeteilt wird. Maria sitzt in hieratischer Position auf dem Thron, neben ihr stehen der Heilige Georg und der Heilige Moritz; ersteren erkennt man an der Rüstung und dem kleinen Drachen, den zweiten am Schwert und der Märtyrerkrone. Diese Identifizierung hinterlässt jedoch Zweifel, weil der Heilige Georg, der normalerweise als junger Ritter dargestellt wird, hier ein alter bärtiger Mann ist, während die Attribute des Heiligen Moritz ein wenig zu allgemein sind und auch auf viele andere Heilige zutreffen könnten. Beide Figuren verweisen auf ein militärisches Umfeld, dem wahrscheinlich auch der Auftraggeber angehörte.
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Zu Füßen des Thrones knien zwei Gruppen frommer Anhänger, die im Angesicht der Jungfrau Maria von den Heiligen Peter (links) und Paul (rechts) präsentiert werden.
Eine Öffnung, die später in genau diese Wand gebrochen wurde, verursachte den Verlust des unteren Teils des Freskos, in dem ein Kind und ein Kaninchen erscheinen, von denen heute nur noch die Köpfe zu sehen sind. Aus diesem Werk scheint die Fähigkeit des Künstlers, die Seele und das Herz der Menschen zu erforschen und dann wahre und anteilnehmende Gefühle und Emotionen im Bild umzusetzen.
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Auch die drei schnell auf der gegenüberliegenden Wand skizzierten Köpfe sind sehr interessant: man weiß eigentlich nicht, ob die drei Gesichter der Rest eines größeren Werkes sind oder ob der Künstler nur eine Notiz machen wollte, als ihm eine neue Idee kam.
Schlägt man den Aufstieg ein, der sich an der Seite des Hügels über Tavernola entlang schlängelt und nach Vigolo führt, gelangt man nach circa einem Kilometer zum Ortsteil Cambianica; hier steht, eingebettet zwischen alten Häusern, die Kirche San Michele oder besser San Michelone, wie sie liebevoll von den Einheimischen genannt wird. Sie ist wahrscheinlich die kleinste und älteste Kirche des Dorfes: ihre ursprüngliche Form hat die Gelehrten tatsächlich dazu gebracht, nach karolingisch-ottonianischen Einflüssen zu suchen, die ihren Ursprung auf das 11. Jahrhundert datieren würden.
Nationaldenkmal von großem Wert, unterscheidet sie sich von der Norm durch die Fassade ohne Eingang, die spiralförmige Apsis aus quadratischen Steinen mit Schwibbögen, Konsolen und Zierleisten zum Stützen der Decke. Auch der Reichtum der Verzierungen des kleinen Saals scheut keinen Vergleich: denn die kürzlich restaurierten Fresken vervollständigen das Gebäude sowohl außen wie auch innen. Sie sind alle besonders interessant wegen ihrer Altertümlichkeit und in einigen Fällen auch wegen ihrer Unüblichkeit in den angebotenen Themen und der Art der Darstellung. An der Außenwand erscheinen Seite an Seite der Heilige Georg mit dem Drachen und der Prinzessin, Symbol für die ersten Christen im Sieg über das Heidentum, der Heilige Erzengel Michael mit großen roten Flügeln, abgebildet, während er die Seelen der Verstorbenen wiegt, und der Heilige Christopherus mit dem Kind, der Heilige mit der gigantischen Statur, der auf der Schulter das Jesuskind trägt.
Im Innenraum stammen die Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert und überraschen durch die Frische ihrer Farben. Die Halbkuppel der Apsis in der Mitte der regenbogenfarbigen Mandel ist die Maiestas Domini dargestellt; in dem Buch, das Christus auf den Knien hält, steht das Datum 1364. An den Seiten sind die Evangelisten Lukas und Markus mit menschlichen Körpern und mit den Köpfen der jeweiligen Tiersymbole, Stier und Löwe, dargestellt. An der Wand der Apsis, in der Mitte zwischen zwei einbogigen Fenstern, sieht man die Szene der Kreuzigung, eine Madonna auf dem Thron und die Heilige Lucia in dem Moment, in dem sie das Stilett an ihre Augen führt. Die Fresken an den Seitenwänden sind teilweise auf 1486 datiert und stellen folgendes dar: die Magdalena mit langen blonden Haaren, die ihren Körper bedecken, die Heilige Helena mit dem Kreuz, der Heilige Abt Antonius, der Heilige Bartholomäus, das Marienkind mit dem Heiligen Joachim und der Heiligen Anna.
Nimmt man die Straße auf der linken Seite nach dem Ortsteil Cambianica, gelangt man zur Wallfahrtskirche von Cortinica, die 1630 zum Schutz vor der Ansteckung durch die Pest erbaut wurde. Das religiöse Gebäude wurde 1836 erweitert, so dass eine richtige Kirche mit mehreren Schiffen daraus wurde, andere Umbauten wurden 1922 und 1937 durchgeführt.
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Geschichte
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Die Ortschft von Tavernola ist hinter der Strasse, die den See entlang führt. Das Dorf bewahrt noch alte Festungsruinen, wie den Turm, den so genannten von Fenaroli, aus dem 14. Jh.. Er wurde 1954 um einen Glockenturm aufgestockt und jetzt erhebt er sich anliegend einem alten Tor am Eingang des Dorfes. Einige bürgerliche Gebäude, die man die engen Gassen entlang, im Zentrum trifft, sind sehr interessant. Der Kern bewahrt noch teils die mittelalterische städtebauliche Struktur. 1906 zerstörte ein unerwarteter und vernichteter Erdrutsch viele Gebäude am Ufer, die anliegend dem Turm waren, darunter gab es den schönen Palast Grasselli mit der prächtigen Loggia, einem Werk von Donegani.
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Die Maria Magdalena geweihte Pfarrkirche ist aus dem 18. Jh., sie wurde im Zentrum, auf einem vorherigen kirchlichen Werk aufgebaut, das auf den Ruinen eines mittelalterischen Schlosses schon vorher erbaut wurde. Die Kirche bewahrt viele Gemälde aus dem XVI und XVII Jh. Man empfehlt auch den Chor aus Holz aus dem 18. Jh. von Giovanni Sanz geschnitzt, den Altar des Rosenkranzes, der Andrea Fantoni zuerkannt ist und ein prächtiges Kirchengerät.
Neben dem Friedhof, nicht weit oben der Ortschaft empfehlt man die alte St. Peter Pfarrkirche, sie hat einen Turm mit zweibogigen Fenstern; diese Kirche wurde fast steil über dem See im XIII Jh. gebaut. Sie wurde danach im XV Jh. erweitert; die seitlichen Kapellen sind aus dem 18. Jh.. Im Innern der Kirche empfehlt man die wunderschönen Fresken im Presbyterium: "Jungfau Maria auf dem Thron mit Jesuskind, zwischen den Heiligen Georg und Maurizio", Romanino malte dieses Gemälde 1515. Schön und raffiniert sind die Fresken neben dem Hauptaltar: "Die Heiligen Peter und Paulus" (XV Jh.) und an der hintersten Wand "Majestät zwischen den Heiligen Peter und Paulus" (1497); auf der Gegenfassade gibt es einige Fragmente noch von Romanino.
Von der Ortschaft nimmt man die steile Strasse nach Vigolo, nach ca. 1 Km sieht man die Fraktion Cambianica; hier, an der Ecke der zwei Strassen, unter einigen alten Häusern gibt es die ehemalige St. Michael Kirche. Von dem ursprünglichen Bau gibt es noch einen Teil der Struktur und die Halbkreisapsis, die ein schönes Beispiel einer romanischen Architektur ist, die man in vielen kirchlichen Werken in den verschiedenen Gemeinden des Niedersees und des Calepio Tals erkennen kann. Das Innere des kleinen Gebäudes ist mit Fresken bedeckt. Sie stellen religiöse Figuren und Heiligen aus dem 4.-5. Jh. dar und machen das ganze Gebäude eine künstlerische erstklassige Bezeugung.
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Von Cambianica, durch die "Brücke des Teufels" (die Strasse links, nach der Ortschaft) erreicht man die Wallfahrtskirche von Cortinica, die die Einwohner 1630 am Ende einer Pestansteckung bauten.
Das Gebäude wurde 1836 erweitert und wurde eine richtige Kirche mit drei Schiffen; folgende Umstrukturierungen wurden 1922 und 1937 gemacht. Nicht weit von der Wallfahrtskirche empfehlt man die kleine Fraktion Bianica und die kleine St. Bernard Kirche, wo neueste Restaurierungen haben einige schöne Fresken aus dem 15. Jh. aufgefunden. Wenn man die Strassen von Tavernola und die einschliesslichen Aussichtswege entlang führt, ist es einfach hübsche Nischen und Kapellen zu sehen, die religiöse Themen, oft mit Naivität anbieten.
Ähnliche Darstellungen befinden sich an den äusseren Wänden der Meierhöfen, die isoliert auf den Hügeln liegen. Die Figur, die am meistem dargestellt ist, ist sicher der Hl. Abt Anton, dank seiner Verbindung mit der Land- und Bauernwelt, ungewöhnliche Vorschläge fehlen auch nicht, wie Hl. Johannes Nepomuceno, der Heilige der Brücken, der für die Nische über dem Bach Rino gewählt wurde.
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