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Credaro
 
 
 
Einwohner: 2.699
 
Oberfläche: 3,4 Kmq
 
Höhe: 255 m.
 
Abstand von Bergamo: 24 Km
 
Stadtbezirk: Via Roma, 48
 
Tel: 035/935067
 
Fax: 035/935045
 
E-mail: comune.credaro@libero.it
 
Netz Site: www.comune.credaro.bg.it
 
 
 
Kunst
An den Hängen des Montecchio zwischen dem Wildbach Uria und dem Fluss Oglio liegt das Dorf Credano. Mit seinen Burgen, den verfallenen Türmen, den Stadtvierteln und den kleinen romanischen Kirchen kann man es als außergewöhnliches Freilichtmuseum der mittelalterlichen Kultur betrachten.
 
Auf dem Gipfel des Montecchio erhebt sich das gleichnamige Schloss, zu dem man über eine baumbestandene Allee gelangt, die sich durch das dichte Grün emporzieht. Das ursprüngliche Gebäude wurde am Ende des 18. Jahrhunderts von dem Architekten Pollak in eine prächtige Patriziervilla umgebaut. Der alte Befestigungsbau wurde schon im Jahre 1460 in das Kloster der Padri Serviti umgewandelt. Der elegante Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert wurde 1926 im Zuge von Aufräumarbeiten wiederentdeckt. Der Turm, der das gesamte Bauwerk überragt, stammt aus dem Jahr 1862.
 
Die Pfarrkirche wurde nach San Giorgio Martire benannt und steht auf dem Platz eines vorher existierenden religiösen Gebäudes, das 1737 abgerissen wurde, um Platz für das heutige Bauwerk zu schaffen. Obwohl schon 1775 fertiggestellt, wie die Inschrift über dem Eingangsportal aussagt, wurde die Kirche erst 1864 vom Bischof Speranza geweiht. Die Fassade erhebt sich gen Westen, in ihrem vertikalen Anstieg wird sie von einem Sims in zwei Ebenen unterteilt: im unteren Teil öffnet sich ein schönes Portal mit einer Einfassung aus Sarnico-Stein, über dem Verzierungen und eine Schriftrolle mit dem Datum MDCCLXXV angebracht sind. Vier gemauerte Lisenen durchlaufen die gesamte Fassade, sie enden unter dem Sims, um einfache Kapitelle zu tragen, und gehen dann in den oberen Teil über, wo sie in korinthischen Kapitellen aus Sandstein enden, die sich unter dem dreieckigen Giebelfeld befinden. Ein Mittelfenster aus bemaltem Glas erhellt das Innere der Kirche und wird von zwei Nischen mit den Statuen vom Heiligen Georg und vom Heiligen Pantaleone flankiert. Der westlichste Teil besteht aus dem Chor mit halbrunder Grundfläche. An den Seitenwänden des Kirchenschiffs tragen rechteckige Lisenen mit Marmorsockel den begehbaren Sims. Dort befinden sich auch Fresken, die die Stationen des Leidenswegs Christi darstellen.
Der größte Teil der Fresken, die auf das Jahr 1901 datiert werden, gehen auf Dekorationsarbeiten von Giovanni Ferraboschi und Lorenzo Lajolo zurück; trotzdem erneuerte Angelo Bonfanti die meisten Verzierungen 1969, indem er sie ein wenig aufpolierte. Das große Gemälde an der gegenüberliegenden Wand, das die Bergpredigt darstellt, ist ebenfalls sein Werk.
 
Der Glockenturm aus dem für die Gegend typischen Gestein mit Elementen aus Baveno-Granit und aus Sarnico-Stein wurde zu Beginn der vorigen Jahrhunderts errichtet.
Folgt man der Provinzstraße in Richtung Calepio, kann man auf der linken Seite die Via San Francesco einschlagen; nach dem Ortsteil Cornale fährt man durch das offene Land, bis man die Kirche San Fermo erreicht, die an einem abgeschiedenen Ort zwischen den Äckern steht, die die Gemeinde Credaro umgeben. Obwohl sie ein außergewöhnliches Zeugnis der Vergangenheit ist, hat sie erst seit wenigen Jahren die Neugier von Wissenschaftlern und Behörden geweckt, die hier Restaurations- und Forschungsarbeiten begonnen haben.
 
Das rechteckige Bauwerk wurde aus Flusssteinen und unregelmäßig geschnittenen Steinquadern gebaut, er hat ein einfaches Strohdach und endet mit einer semihexagonalen Apsis.
 
Alle existierenden Öffnungen sind das Ergebnis von Umbauten um das Jahr 1500; dem gleichen Zeitraum werden die beiden Säulengänge in der Fassade an der Seite des Glockenturms zugeschrieben. Die Nüchternheit und die Einfachheit des Komplexes verleiteten die Wissenschaftler dazu, ihn als ein Beispiel für die arme romanische Architektur der Klosterverbände zu betrachten: es ist also wahrscheinlich, dass San Fermo als Zentrum für Andachten und Beerdigungen für die erste Gemeinschaft von Credaro und auch für die Curtis vom Castel Trebecco diente.
 
Außergewöhnlich ist der Glockenturm, der sich mit einem rechteckigen Rumpf und ohne Lisenen bis zu einer Höhe von 15 Metern erhebt; im letzten Abschnitt von einer dreifachen Reihe von zweibogigen Fenstern gekennzeichnet, die von einem Absatz umgeben sind und von Säulen mit Kapitellen in Krückenform zweigeteilt werden. Am Boden des Glockenturms in der Mitte der Westwand ist außen eine alte Öffnung sichtbar, die den vorderen Zugang zur Apsis erlaubte; wahrscheinlich wurde sie zugemauert, als das Fenster und die Tür, die von Säulengängen geschützt werden, eingebaut wurden.
 
Das Innere ist einfach, während die Apsis hingegen von großem Interesse ist, in der die zu der Zeit ausgeführten Arbeiten eine mulitapsidiale Struktur zu tage treten ließen.
 
Folgt man der Straße weiter, gelangt man zum Ortsteil Castel Trebecco, der sich im Vorgebirge befindet, das steil zum Fluss Oglio abfällt. Er sieht wie eine Festung in Dreiecksform aus, mit einer Mauer aus dem 16. Jahrhundert und einer ziemlich belebten Planimetrie. Man tritt durch ein spitzbogiges Portal, das Zugang in eine Welt aus einer anderen Zeit verschafft. Der Ortsteil, dessen Existenz seit 1032 dokumentiert ist, gehörte bis 1811 der Familie Alberico, den späteren Grafen von Calepio.
Kehrt man auf die Straße nach Calepio zurück, nachdem man die Brücke über die Uria überquert hat, kommt man auf der linken Seite in eine enge Straße, die zur Kirche San Giorgio Martire führt: sie war Pfarrkirche bis zum 15. Jahrhundert und diente auch dem benachbarten Kloster, das von den Suore Servite bis 1557 bewohnt war. Von diesem Bauwerk gibt es seit dem 13. Jahrhundert Notizen, und die verbleibenden Zeugnisse, die noch vor Ort zu betrachten sind, bestätigen diese Datierung. Besonders die Datierung des Grabmals an der Nordseite auf das Jahr 1303 bestätigt die vorherige Existenz des Baus. Mit der rechteckigen Grundform und der halbrunden, nach Westen ausgerichteten Apsis hat das Gebäude eine Länge von 14 Metern und eine Breite von 6 Metern. Die Giebelfassade zeigt eine Tür mit einer Steineinfassung, die laut der Inschrift im Architrav wahrscheinlich aus dem Jahr 1452 stammt; eine kleine Rosette mit einem Terrakottafliesenprofil befindet sich über dem Eingang.
 
Das Mauerwerk besteht aus regelmäßigen Quadern aus lokalem Gestein und die Decke aus Holz und Dachpfannen, das Gerüst ist sichtbar. Der Glockenturm mit quadratischer Grundfläche wurde an die Südseite der Kirche angebaut, er ist 14 Meter hoch. Das obere Ende des Glockenturms musste in diesem Jahrhundert erneuert werden, da er nach einem Blitzschlag zusammengebrochen war. Er endet mit einer Dachtraufeneinfassung und einem Dach aus Dachpfannen. Im Inneren präsentiert sich die Kirche als einzelner Saal, der in drei Bögen mit Apsis in eine hemisphärische Kalotte aufgeteilt wird; an den Wänden kann man noch einige der alten Fresken erkennen, insbesondere: Die Trinität und die Heilige Lucia (zweiter Bogen links), Madonna mit Kind (dritter Pfeiler links), Der Heilige Mönch und die Verkündigung (dritter Bogen).
 
An der Stirnseite des Presbyteriums: Mariä Verkündigung, ein Ewiger Vater aus Holz und der Heilige Georg im Kampf gegen den Drachen, ein Werk, das Lorenzo Lotto zugeschrieben wird. An der Westseite des Glockenturms ein Heiliger Hieronymus in Buße, datiert auf das Jahr 1574, und eine Madonna mit Kind. In der Apsis sind Reste einiger noch älterer Fresken zu sehen: oben der Christus Pantokrator mit den evangelischen Glaubenssymbolen, unten einige Heiligenfiguren.
 
Schließlich auch Heiligenfiguren im dritten Bogen auf der rechten Seite, der Heilige Bartholomäus auf dem dritten Pfeiler auf der rechten Seite, und im ersten Bogen der Heilige Georg, der Heilige Bernhard und eine Madonna mit frommen Anhängern. Das Taufbecken steht auf einem Grabstein aus dem 13. Jahrhundert. An der gegenüberliegenden Seite erscheint ein Fries mit Motiven der Groteske, das von einem mit Blumengirlanden bemalten Tympanon beherrscht wird: diese Arbeit geht auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück.
 
An der Nordseite der Kirche erhebt sich eine quadratische Kapelle, geformt als Bogengang mit einem großen Bogen vorne und zwei kleineren Bögen an der Seite, die von Sandsteinsäulen getragen werden.
 
Die Kapelle hat eine Kreuzgewölbedecke und beherbergt in ihrem Innern einen bedeutenden Freskenzyklus von Lorenzo Lotto aus dem Jahr 1525, kurz vor seiner Abreise aus Bergamo. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war die Kapelle geschlossen und der Kirche als Sakristei angegliedert: erst vor kurzem wurde sie wieder nutzbar gemacht und restauriert, und es wurden Absperrungen installiert, um die Fresken zu schützen.
Sie stellen die Geburt Christi (Rückseite) dar, ein bedeutendes Werk wegen der Qualität und des Hintergrunds, der Heilige Lorenz und der Heilige Georg (Seitenwände), die Heiligen Katharina von Alexandria und Bartholomäus, Hieronymus und Antonius im Schein des Halbmonds und am Gewölbe die Figur des Ewigen Vaters. Die Fresken haben Votivcharakter, der von der Bescheidenheit des Standorts und der Darstellung von Heiligen, die auf Schutzheilige anspielen, noch unterstrichen wird.
 
Die Darstellung ist einfach, getreu dem Gedanken der teilnehmenden und menschlichen Ergebenheit, der die Werke von Lorenzo Lotto beseelt.
 
 
Geschichte
Nicht weit von der Gemeinde von Sarnico, findet man die Ortschaft von Credaro, an den Fussen von dem kleinen Hügel von Montecchio, zwischen dem Uria Bach und dem Oglio Fluss augedehnt.
 
Das Dorf entwickelt sich meistens hinter der provinziellen Strasse vom Calepio Tal, und hier findet man die wichtigsten architektonischen mittelalterischen Bezeugungen.
 
Auf dem Gipfel des Hügels Montecchio, in der Nähe von der Wohnsiedlung erhebt sich ein gleichnamiges Schloss; der Bau ist heute innerhalb eines privaten Wohnsiedlungsgebiets. Es wurde von einem österreichen Architekt, Pollak, am Ende des XVIII Jahrhunderts umgewandelt; Pollak gewann aus vorhebestehrnden Zivil- und Religionsbauwerken eine prächtige patrizische Villa. Die mächtigen Unterstützungsmauern einer alten Befestigung sind noch sichtbar, diese Befestigung beherrschte über das Calepio Tal und über den Fluss Oglio und wurde 1460 in ein Kloster von dem Orden der "Padri Serviti"("Serviti" Büdern) umgewandelt (ein Orden danach im Jahr 1767 aufgelöst).
 
Der eleganter Kreuzgang des Klosters aus dem 15. Jh. wurde nur 1926, während der Restaurierungsarbeiten des Gebäudes, entdeckt. Der Turm, der heute das Schloß beherrscht, wurde 1862 gebaut.
Von dem Montecchio Schloß, überquert man das Dorf und biegt man dann links ab; das ist die San Francesco Strasse, wo man einen interessanten Palast aus dem 16. Jh., die Pfarrkirche aus dem 18. Jh. und weiter fort das Cornale Viertel sieht. Es hat interessante Gebäude aus dem 14.-15. Jh., die seit kurzem renoviert worden sind. Weiter fort liegt die einsame, auf dem grünen Land isolierte kleine St. Fermo Kirche; sie ist ein kleines kirchliches Werk mit einer typischen romanischen Struktur, es reicht auf das XII Jh. zurück, obwohl es tiefe Umarbeitungen aus dem XV und XVI Jahrhundert zeigt.
 
Die Kirchenfassade zeigt den originalen Glockenturm mit drei Reihen von zweibogigen Fenstern an den vier Seiten. Er ist in der Mitte, in einer ungewöhnlichen Stellung, und wird als ein kleiner Juwel der romanischen Kleinerarchitektur betrachtet; in einem der zweibogigen Fenstern des Glockenturms eingefassen ist ein Steinfragment aus der Frühmittelalterischen Zeit noch sichtbar.
Weiter fort, in einer Gasse, rechts, auf einem Felsenausläufer, steil über dem Fluss Oglio, erhebt sich das alte Schloss von Trebecco, davon hat man schon eine Dokumentarerwähnung im Jahre 1032. Man kommt in das Schloss durch ein schönes Tor, das von einem Spitzbogenturm aus behauenen Steinen beherrscht ist.
 
Trebecco ist heute ein eindrucksvolles, angenehmes Viertel mit alten Häusern, innerhalb der dreieckigen Verteidigungstruktur; es zeigt Ecken mit verbundenen Höfen und engen Gassen, die die gewöhnlichen Eigenschaften des mittelalterischen Fleckens behalten.
Die vorgenannte Pfarrkirche, dem Hl. Georg geweiht, wurde im XVIII Jh. auf einem vorherbestehenden religiösen Gebäude aus dem 16. Jh. gebaut. Das Innern bawahrt noch einige Gemälden aus dem 18. Jh. und eine polychrome Holzstatue von dem Hl. Rocco (XVI Jh.).
 
Wenn man die provinzielle Verkehrsstrasse in Richtung Castelli Calepio verfolgt, überbrückt man das Bach Uria und von hier führt eine enge Stasse, auf der linken Seite, schnell zu der kleinen St. Georg Kirche, der ersten Pfarrkirche in Credaro.
 
Das kleine kirchliches Gebäude, im X-XI Jh. gebaut, behält einige wichtige Fresken, links der Absis und auf der Gegenfassade, nach der ursprünglichen romanischenen Struktur. Die Struktur- und Schmuckumänderungen von den folgenden Jahrhunderten haben nur teils den originellen Stil geändert, der noch in dem ganzen Raum der Absis erkennbar ist. Die Kirche gehört zu einer grosseren Landbaustruktur, die in der Vergangenheit das Kloster des Ordens der "Suore Servite" (Nonnen "Servite") war .
Im Innern dieses Gebäudes, rechts, ist ein Taufbecken aus Stein mit Inschriften aus dem XIII Jh. sichtbar; in der Absis und in dem Presbyterium sind seit kurzem einige wertvolle Fresken Wiedergefunden worden; unter diesen Fresken gibt es auch eine "Mariä Verkündigung" (XI Jh.); auf dem Altarbogen ein kleines Fresko von Lorenzo Lotto, darstellend "Hl. Georg sitzt zu Pferde und bringt den Drache um".
 
An der linken Seite öffnet sich eine kleine Kapelle, sie ist ganz von Fresken von Lorenzo Lotto im Jahr 1525 untergeschriebenen geschmuckt; das ist eine sehr wichtige malerische Reihe. Sie stellt eine grosse "Christi Geburt mit den Heiligen Rocco und Sebastian", eine Darstellung des "Ewigen Gottes" und andere Heiligen dar.
Äusserlich, an der nördlichen Wand, in der Stellung, die der Absis entspricht, gibt es ein mittelalterisches Grabmal, es ist ein Weissmarmorbogen aus Zandobbio.
 
Die Kirche wurde seit kurzem einem verständigen Eingriff von bewahrender Restaurierung unterzogen; während der Restaurierung sind verschiedene Fresken aus dem 15.-16.Jh. wiedergefunden worden.
 
Einer der wichtigsten Kunstschätzen des ganzen Calepio Tals wurde, auf dieser Weise, geschützt.